Wie man Matcha auf japanische Art verquirlt

Als zertifizierter Teesommelier und -meister unterrichte ich die authentische japanische Methode der Matcha-Zubereitung. Dabei geht es nicht nur um Geschmack, sondern auch um Ausgewogenheit, Raffinesse und Präsenz.

By Teemeister • 29. Okt 2025, 20:30

Warum die authentische Methode wichtig ist

Heute ist Matcha überall zu finden – vom Latte Macchiato bis zum Smoothie –, doch die meisten Menschen haben ihn nie so erlebt, wie es die Teemeister beabsichtigt hatten.

Als zertifizierter Teesommelier und -meister lehre ich die authentische japanische Methode der Matcha-Zubereitung . Dabei geht es nicht nur um Geschmack, sondern auch um Ausgewogenheit, Raffinesse und Präsenz.

Warum die authentische Methode wichtig ist

Die meisten Menschen probieren Matcha aus gesundheitlichen oder trendigen Gründen – doch schnell werden sie frustriert:

„Warum schmeckt mein Matcha so bitter?“

„Warum bekomme ich nicht diesen weichen Schaum wie in Japan?“

„Brauche ich wirklich einen Bambusbesen (Chasen) oder kann ich einfach einen Löffel verwenden?“

„Was ist der Unterschied zwischen zeremoniellem, Premium- und kulinarischem Matcha?“

Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, sind Sie nicht allein. Das sind die gleichen Fragen, die ich von Schülern höre, bevor sie die authentische japanische Methode entdecken.

Schritt 1 – Schüssel erwärmen und reinigen (Chawan 茶碗)

Legen Sie Ihren Chasen (Bambusbesen) in die Chawan (Teeschale) . Gießen Sie 100 °C heißes Wasser hinein und lassen Sie es etwa 30 Sekunden ziehen. Schütten Sie anschließend das Wasser weg und trocknen Sie die Schale vorsichtig ab.

Warum es wichtig ist:

Die Keramik atmet und absorbiert die Wärme und schafft so die ideale Umgebung, um das volle Aroma des Matcha freizusetzen.

Das heiße Wasser macht den Chasen außerdem weicher und feuchter . Ein trockener Schneebesen kann leicht reißen oder brechen. Durch diese Zubereitung wird seine Lebensdauer verlängert und die Leistung verbessert.

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Schritt 2 – Den Matcha sieben (Chashaku 茶杓)

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Messen Sie 1,5 bis 2 g Matcha ab und sieben Sie es direkt in das warme Chawan.

Warum es wichtig ist:

Matcha-Pulver verklumpt auf natürliche Weise durch statische Aufladung und Feuchtigkeit.

Durch das Sieben werden diese Klumpen aufgebrochen und es entsteht ein leichtes, gleichmäßiges Pulver.

Dadurch wird sichergestellt, dass sich der Matcha problemlos mit dem Wasser vermischt und eine seidige, schaumige Textur entsteht.

Sommelier-Einblick: Das Überspringen dieses Schritts ist der Hauptgrund, warum Anfänger am Ende einen kalkigen, klumpigen Matcha erhalten. Profis sieben immer.

Schritt 3 – Wasser hinzufügen (Mizu 水)

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Geben Sie 10–15 ml 70 °C heißes Wasser in die Schüssel. Verrühren Sie das Pulver mit der Spitze des Chasen vorsichtig zu einer dicken, glänzenden Paste.

Warum es wichtig ist:

Ohne diesen Schritt schwimmt und verklumpt das Pulver, egal wie viel Sie schlagen.

Durch die Herstellung einer Paste kann sich das Wasser mit jedem einzelnen Matcha-Korn verbinden.

Einblicke des Sommeliers: Warum vermischt sich mein Matcha nie richtig? → Weil Sie das gesamte Wasser auf einmal hineingegossen haben. Stellen Sie sich diesen Schritt wie die Zubereitung von Teig vor dem Backen vor. Sobald die Paste glatt ist, ist der Rest ein Kinderspiel.

Schritt 4 – Restliches Wasser hinzufügen (Mizu 水)

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Nachdem Sie Ihre Paste zubereitet haben, gießen Sie die restlichen 45–55 ml Wasser bei 70–75 °C hinzu. Damit kommen Sie auf insgesamt etwa 60 ml – das Standardverhältnis für Usucha (dünnen Tee).

Warum es wichtig ist:
Die meiste Bitterkeit entsteht durch die Verwendung von zu heißem Wasser. Ist das Wasser hingegen zu kalt, schmeckt der Matcha schwach und fad. Durch Zugabe des restlichen Wassers mit der richtigen Temperatur werden Süße, Umami und Farbe ausgeglichen, während die Textur geschmeidig bleibt.

Sommelier-Einblick: Japanische Teemeister kühlen ihr Wasser absichtlich – sie lassen es nie überkochen. Die richtige Temperatur macht den Unterschied zwischen bitterer Enttäuschung und einer edlen, seidigen Tasse Tee.

Schritt 5 – Schneebesen für Schaum (Chasen 茶筅)

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Halten Sie den Chawan ruhig und schlagen Sie ihn etwa 15–25 Sekunden lang kräftig in einer „W“- oder „M“-Bewegung (keine Kreisbewegungen), bis eine feine Schaumschicht die Oberfläche bedeckt.

Warum es wichtig ist:
Viele schlagen den Matcha kreisförmig und erhalten am Ende entweder große Blasen oder gar keinen Schaum. Durch die richtige Bewegung wird die Luft gleichmäßig eingearbeitet, wodurch Mikroschaum mit winzigen Bläschen entsteht. Dies verleiht Matcha seine charakteristische geschmeidige, cremige Textur und seinen ausgewogenen Geschmack. Schaum ist nicht nur optisch ein Zeichen für eine gute Mischung – er ist auch ein Beweis dafür, dass der Matcha richtig gemixt wurde.

Sommelier-Einblick: Das Geheimnis liegt nicht in Kraft, sondern in Rhythmus und Geschwindigkeit. Stellen Sie es sich wie das Schlagen von Eiweiß vor – leichte, schnelle Schläge nahe der Oberfläche erzeugen Samt, keinen Schaum.

Schritt 6 – Fertigstellen (Kanzen 完全)

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Wenn der Schaum gleichmäßig und glänzend aussieht, heben Sie den Chasen vorsichtig gerade durch die Mitte, sodass eine kleine Spitze entsteht. Drehen Sie die Schüssel vor dem Servieren leicht.

Warum es wichtig ist:
Dieser letzte Schliff macht Matcha von einem schnellen Getränk zu einem achtsamen Ritual. Der Höhepunkt zeigt die Vollendung an, und die leichte Drehung der Schale spiegelt die japanische Ästhetik der Ausgewogenheit, Harmonie und des Respekts gegenüber dem Gast wider.

Sommelier-Einblick: Bei der Teezeremonie drückt sich die Raffinesse in Details aus. Die elegante Veredelung macht Matcha vom Trend zur kulturellen Praxis.