Matcha richtig zubereiten: Die authentische japanische Methode

Als zertifizierte Tea-Sommelière und Meisterin lehre ich die authentische japanische Kunst der Matcha-Zubereitung. Es geht dabei nicht allein um Geschmack, sondern um Ausgewogenheit, Verfeinerung und achtsame Gegenwart.

By Teemeister • 1. Okt 2025, 20:00

Warum die authentische Methode von Bedeutung ist

Heute begegnet uns Matcha überall – in Lattes, in Smoothies – doch die wenigsten haben ihn je so erlebt, wie Teemeister ihn seit Jahrhunderten verstehen.

Als zertifizierte Tea-Sommelière und Meisterin lehre ich die authentische japanische Kunst der Matcha-Zubereitung. Es geht dabei nicht allein um Geschmack, sondern um Ausgewogenheit, Verfeinerung und achtsame Gegenwart.

Warum die authentische Methode von Bedeutung ist

Die meisten Menschen entdecken Matcha aus gesundheitlichen Gründen oder folgen einem Trend – stoßen jedoch rasch auf Enttäuschungen:

  • Warum schmeckt mein Matcha so bitter?
  • Warum gelingt mir dieser seidige Schaum nicht, wie ich ihn aus Japan kenne?“
  • Brauche ich wirklich einen Bambusbesen (Chasen), oder tut es auch ein Löffel?“
  • Was unterscheidet zeremoniellen, premium und kulinarischen Matcha?“

Falls Ihnen diese vertrauten Fragen vorkommen, sind Sie nicht allein. Genau diese Unsicherheiten höre ich von Schülern, bevor sie die authentische japanische Methode entdecken.

Schritt 1 — Die Schale erwärmen und reinigen (Chawan 茶碗)

Stellen Sie Ihre Chasen (Bambusbesen) in die Chawan (Teeschale). Gießen Sie 100 °C heißes Wasser hinein und lassen Sie es etwa 30 Sekunden ruhen. Entleeren Sie das Wasser und trocknen Sie die Schale vorsichtig.

Warum dieser Schritt wesentlich ist:

Die Keramik atmet und nimmt die Wärme auf – so entsteht das ideale Umfeld, um das volle Aroma des Matcha zu entfalten.

Das heiße Wasser macht den Chasen geschmeidig und schützt ihn vor dem Brechen. Ein trockener Besen kann leicht splittern – diese Vorbereitung verlängert seine Lebensdauer und verbessert seine Leistung.

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Schritt 2 – Den Matcha sieben (Chashaku 茶杓)

Messen Sie 1,5 bis 2 g Matcha ab und sieben Sie ihn direkt in den vorgewärmten Chawan.

Warum dieser Schritt wesentlich ist:

Matchapulver verklumpt natürlicherweise durch statische Aufladung und Feuchtigkeit.

Das Sieben löst diese Klümpchen und schafft ein luftig-leichtes, gleichmäßiges Pulver.

Nur so verbindet sich der Matcha geschmeidig mit dem Wasser und entfaltet jene seidige, schaumige Textur.

Sommelière-Einblick: Das Überspringen dieses Schrittes ist der Hauptgrund, warum Einsteiger kreidigen, klumpigen Matcha erhalten. Profis sieben ausnahmslos.

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Schritt 3 – Wasser hinzufügen (Mizu 水)

Geben Sie 10 bis 15 ml Wasser mit 70 °C in die Schale. Nutzen Sie die Spitze des Chasens, um das Pulver zu einer dicken, glänzenden Paste zu verrühren.

Warum dieser Schritt wesentlich ist:

Ohne diesen Schritt schwimmt das Pulver auf und verklumpt, egal wie intensiv Sie schlagen.

Die Paste ermöglicht es dem Wasser, sich mit jedem einzelnen Körnchen Matcha zu verbinden.

Sommelière-Einblick: Warum löst sich mein Matcha nie richtig auf? → Weil Sie das gesamte Wasser einmal hinzugefügt haben. Denken Sie an diesen Schritt wie an das Vorbereiten eines Teigs vor dem Backen. Ist die Paste erst einmal geschmeidig, wird der Rest mühelos.

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Schritt 4 — Das restliche Wasser hinzufügen (Mizu 水)

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Nachdem Sie Ihre Paste geformt haben, gießen Sie die restlichen 45 bis 55 ml Wasser bei 70 bis 75 °C hinzu. Dies ergibt insgesamt etwa 60 ml – das klassische Verhältnis für Usucha (dünnerer Tee).

Warum dieser Schritt wesentlich ist:

Die größte Bitterkeit entsteht durch zu heißes Wasser. Ist das Wasser hingegen zu kühl, schmeckt der Matcha schwach und flach. Das Hinzufügen des restlichen Wassers bei der richtigen Temperatur bringt Süße, Umami und Farbe ins Gleichgewicht – und bewahrt die seidige Textur.

Sommelière-Einblick: Japanische Teemeister kühlen ihr Wasser bewusst – niemals überstürzen sie mit kochendem Wasser. Die richtige Temperatur ist der Unterschied zwischen herber Enttäuschung und einer raffinierten, samtigen Schale.

Schritt 5 — Aufschlagen zum Schaum (Chasen 茶筅)

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Halten Sie den Chawan fest und schlagen Sie zügig in einer „W“- oder „M“-Bewegung (nicht kreisförmig) etwa 15 bis 25 Sekunden lang, bis eine feine Schaumschicht die Oberfläche bedeckt.

Warum dieser Schritt wesentlich ist:

Viele Menschen schlagen kreisförmig und erhalten entweder große Blasen oder gar keinen Schaum. Die richtige Bewegung arbeitet Luft gleichmäßig ein und erzeugt Mikroschaum mit winzigen Bläschen. Dies verleiht Matcha seine charakteristische geschmeidige, cremige Textur und seinen ausgewogenen Geschmack. Schaum ist nicht nur visuell – er ist der Beweis richtiger Verbindung.

Sommelière-Einblick: Das Geheimnis liegt nicht in der Kraft, sondern in Rhythmus und Geschwindigkeit. Denken Sie daran, wie an das Aufschlagen von Eiweiß – leichte, schnelle Striche nahe der Oberfläche erzeugen Samt, keinen groben Schaum.

Schritt 6 – Die Vollendung (Kanzen 完全)

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Wenn der Schaum gleichmäßig und glänzend wirkt, heben Sie den Chasen behutsam gerade nach oben durch die Mitte, um eine kleine Spitze zu bilden. Drehen Sie dann die Schale leicht, bevor Sie sie servieren.

Warum dieser Schritt wesentlich ist:

Diese letzte Geste verwandelt Matcha von einem schnellen Getränk in ein achtsames Ritual. Die Spitze zeigt Vollständigkeit, und die leichte Drehung der Schale spiegelt die japanische Ästhetik von Ausgewogenheit, Harmonie und Respekt für den Gast wider.

Sommelière-Einblick: In der Teezeremonie drückt sich Verfeinerung durch Details aus. Mit Eleganz erhebt Matcha erfolgreich einen Trend zu einer kulturellen Praxis.